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Legenden fürs Storytelling - Teil 1: Die Grundlagen optimieren

Geschrieben von ArcGIS Blog Redaktion | 22. Oktober 2026, 15:29:08 Z

Legenden spielen eine zentrale Rolle im kartenbasierten Storytelling. Dieser Beitrag zeigt, wie klar gestaltete, reduzierte und gut sichtbare Legenden Karten verständlicher machen und Geschichten wirkungsvoll unterstützen.

Karten sind wirkungsvolle Werkzeuge, um Orte und Muster zu vermitteln – aber nur, wenn Leserinnen und Leser sie richtig interpretieren können. Diese Verantwortung liegt bei der Kartografin oder dem Kartografen. Beim Kartendesign geht es darum, die Nutzenden dabei zu unterstützen, die dargestellten Informationen zu verstehen.

Eine der wichtigsten Hilfen dabei ist die Legende. Sie enthält alle Informationen, die benötigt werden, um Symbole und Farben zu entschlüsseln und der Karte Bedeutung zu verleihen. Ist eine Karte Teil einer Geschichte, trägt die Legende darüber hinaus dazu bei, die Erzählung zu unterstützen und einzuordnen.

Beim Storytelling mit Karten gewinnt die Legende noch stärker an Bedeutung. Karte und Geschichte sind so eng miteinander verwoben, dass eine unklare oder unzureichende Legende den Lesefluss und das Verständnis erheblich beeinträchtigen kann.

Eine sorgfältig gestaltete Legende unterstützt die Karte dabei, die Geschichte zu unterstreichen, verständlich zu machen und gezielt weiterzuführen.

Diese zweiteilige Blogserie soll dabei helfen, Legenden zu erstellen und einzusetzen, die das Storytelling mit Karten klarer und wirkungsvoller machen.

Teil I: Die Grundlagen optimieren
Teil II: Kreative Ansätze

In diesem ersten Teil geben wir zunächst eine kurze Auffrischung zur Rolle der Legende in Karten. Anschließend zeigen wir, wie sich die von Map Viewer, Scene Viewer und Express Maps automatisch erzeugten Legenden optimal nutzen lassen. Diese Standardlegenden bilden einen guten Ausgangspunkt – mit wenigen gezielten Anpassungen können sie jedoch deutlich besser dazu beitragen, eine Geschichte verständlich und überzeugend zu vermitteln.

In einem späteren Beitrag widmen wir uns kreativeren Möglichkeiten, um Legenden zu einem aktiven Bestandteil der Story zu machen. Methoden wie individuelle Grafiken, farbcodierte Texte, Kartenaktionen und weitere Ansätze eröffnen neue Wege, Legendeninformationen direkt in die Erzählung zu integrieren.

Die Rolle der Legende

Karten arbeiten mit Abstraktion. Sie vereinfachen die reale Welt und stellen sie mithilfe von Symbolen dar. Die Aufgabe der Legende besteht darin, diese codierte Logik verständlich zu machen. Symbole, Farben und Klassifizierungen müssen klar erklärt werden, damit Betrachtende korrekt einordnen können, was sie sehen.

In kartenbasierten Geschichten ist die Legende entscheidend für das Verständnis der Karte. Eine gut gestaltete Legende ermöglicht es Leserinnen und Lesern, die Inhalte schnell zu erfassen und nachzuvollziehen, wie die Karte die Erzählung unterstützt.

Doch wie gestalten wir Legenden so, dass sie sowohl der Karte als auch der Geschichte gerecht werden?

Legenden für Storytelling gestalten

Die Grundprinzipien einer guten Legende gelten unabhängig davon, wo sie erstellt wird. Ob in Map Viewer, Scene Viewer oder Express Maps – der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Kenne deine Zielgruppe. Wer versteht, was Leserinnen und Leser aus der Karte mitnehmen sollen und wie die Karte zur Geschichte beiträgt, kann die Gestaltung der Legende gezielt darauf ausrichten.

Fragen wie „Was muss mein Publikum sehen?“ und „Was sollen die Betrachtenden verstehen?“ helfen dabei, den Gestaltungsprozess zu lenken und eine wirkungsvolle, verständliche Legende zu entwickeln.

Weniger ist mehr

Auf einer einzelnen Karte können leicht zahlreiche Layer zusammenkommen: Sie bilden die Grundkarte, liefern Kontext oder visualisieren Daten. Innerhalb einer Geschichte wiederum gibt es oft mehrere Karten, die jeweils unterschiedliche Momente der Erzählung unterstützen. Da Leserinnen und Leser häufig nur wenige Sekunden bei einer einzelnen Karte verweilen, sind Klarheit und Kürze besonders wichtig.

Genau hier ist es entscheidend zu wissen, was das Publikum wirklich sehen muss. Sind beispielsweise bestimmte Orte oder Punkte von besonderer Bedeutung für die Geschichte, sollten diese Symbole unbedingt in der Legende auftauchen. Um die Verständlichkeit zu erhöhen, sollten hingegen alle nicht essenziellen Layer konsequent reduziert oder entfernt werden.


Allzu lange Legenden können die für die Geschichte relevanten Kartenlayer überlagern oder in den Hintergrund drängen. Wenn nur die wesentlichen Layer angezeigt werden, fällt es Leserinnen und Lesern deutlich leichter, die benötigten Informationen zu finden und die Karte richtig zu interpretieren.

Ein Teil dieser Reduktion beginnt bereits bei der Karte selbst. Wenn ein Layer nicht den unmittelbaren Anforderungen der Geschichte dient, sollte er in der Karte deaktiviert werden. Nicht essenzielle Layer werden dadurch automatisch auch aus der Legende ausgeschlossen. Weniger Inhalte auf der Karte bedeuten zugleich weniger Erklärungsbedarf.

Für Layer, die zwar hilfreichen Kontext liefern, aber nicht im Mittelpunkt der Erzählung stehen, lohnt sich die Frage, ob auf kartografische Konventionen zurückgegriffen werden kann – etwa Blau für Gewässer oder Grün für Land- und Vegetationsflächen. In diesem Fall können diese Layer auf der Karte sichtbar bleiben, ohne in der Legende aufgeführt zu werden.
Eine solche bewusste redaktionelle Auswahl reduziert die Legende auf das Wesentliche – auf genau das, was die Geschichte wirklich braucht.

Vereinfachen

Dieses Konzept des Minimalismus im Legendendesign lässt sich weiter ausbauen, um Legenden noch effizienter zu machen. Kartenlayer enthalten in ihrer oft sehr hohen Komplexität zahlreiche Attribute, die die dargestellten Phänomene detailliert beschreiben. Diese Daten sind für Fachexpertinnen und ‑experten sinnvoll, für ein allgemeines Publikum jedoch oft schwer verständlich. Als Kartografin bzw. Kartograf und Autorin bzw. Autor einer Geschichte besteht deine Aufgabe darin, diese Lücke zu überbrücken. Eine vereinfachte Legende macht die Karte für Fachleute und Nicht‑Fachleute gleichermaßen zugänglicher und leichter interpretierbar.

Diese Vereinfachung sollte zudem narrativ gesteuert sein. Fragen Sie sich, was Leserinnen und Leser aus genau dieser Karte zu genau diesem Zeitpunkt der Geschichte mitnehmen sollen. Ob es darum geht, unterschiedliche Objektgruppen voneinander zu unterscheiden oder Werte ober- bzw. unterhalb eines Schwellenwerts darzustellen – die gezielte Auswahl passender Symbole oder Farbverläufe kann Karte und Legende deutlich verständlicher machen.


Stellen Sie sicher, dass Ihre Legende so optimiert ist, dass sie die Informationen bereitstellt, die Ihr Publikum benötigt. Wenn keine sehr detaillierten Angaben erforderlich sind, erleichtert das Vereinfachen von Kategorien und Klassifizierungen das Verständnis der Legende.

Wenn Sie mit einer Ebene eines Wegenetzes konfrontiert sind, die verschiedene fein granular unterschiedene Infrastrukturen visualisiert, berücksichtigen Sie die Bedürfnisse Ihres Publikums und passen Sie die Kategorisierung so an, dass klar wird, welche Aussage Ihre Karte vermitteln soll. Wenn es für die Lesenden nicht relevant ist zu wissen, welche Organisation für die Instandhaltung zuständig ist oder alle Ausprägungen dieser Objektklasse zu unterscheiden, können viele Kategorien zusammengefasst werden, um die Geschichte besser zu unterstützen.


Das Zusammenfassen von Kategorien Ihrer Kartendaten kann es Leserinnen und Lesern erleichtern, genau die Typen zu erkennen und zu finden, die für Ihre Geschichte relevant sind.

Benennen Sie Ihre Layer.

Die Legende listet nicht nur die auf einer Karte verwendeten Symbole und Farben auf, sondern enthält auch die Bezeichnungen, mit denen diese Symbole und ihre Kategorien beschrieben werden. Das bedeutet, dass ein technischer Layername wie "all_roads_buffer_100m_v4" möglicherweise genau so für Ihr Publikum sichtbar ist – und wenig verständlich wirkt.

Um dies zu verbessern, sollten Layernamen, Kategorien und Klassifizierungen so angepasst werden, dass sie leserfreundlich, verständlich und eindeutig sind.


Benennen Sie Ihre Layer mit leicht verständlichen und logisch aufgebauten Namen – Ihre Leserinnen und Leser werden es Ihnen danken.

Machen Sie es sichtbar.

Auch eine perfekt gestaltete Legende ist nutzlos, wenn Leserinnen und Leser sie nicht sehen können. Nachdem Sie so viel Aufwand in das Reduzieren und Gestalten der Legende investiert haben, müssen Sie sicherstellen, dass sie genau dann sichtbar ist, wenn sie gebraucht wird. Wenn Sie mit Karten in Stories arbeiten – sei es als eigenständige Karte oder innerhalb eines Sidecars –, stellen Sie im Builder sicher, dass die Legende aktiviert ist und bei Bedarf standardmäßig ausgeklappt angezeigt wird. So haben Leserinnen und Leser beim Betrachten der Karte in der Story automatisch die passende Legende zur Hand.


Wenn Ihre Leserinnen und Leser mehrere Kategorien oder Klassifizierungen auf der Karte interpretieren sollen, unterstützen Sie sie mit einer klaren und gut sichtbaren Legende.

Abschließende Gedanken

Eine gut gestaltete Legende ist entscheidend, um die Bedeutung der Karten in Ihren Geschichten zu erschließen. Indem Sie den Fokus auf Klarheit, Relevanz und Einfachheit legen, können Sie sowohl die Wirkung der Legende als auch der Karte deutlich verbessern und Ihre Geschichte überzeugender vermitteln.


Die optimierte Legende reduziert die Anzahl der Layer deutlich, fasst Kategorien zusammen und bereinigt Layer‑ sowie Kategorienamen. Dadurch wird sie für Leserinnen und Leser wesentlich leichter verständlich und besser interpretierbar.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine deutsche Übersetzung des englischsprachigen Originalartikels. Den Originaltext finden Sie hier: