Dieser Beitrag wurde am 18. Juli 2025 aktualisiert.
ArcGIS Engine wird zum 28. Februar 2026 offiziell aus der Wartung genommen, da ArcGIS Engine zum 01.03.2025 sein End-of-Lifecycle erreicht hat.
Wie kann ArcGIS Engine migriert werden?
Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da es schlichtweg kein ArcGIS Engine 2.0 gibt oder geben wird. Es gibt aber mehrere Optionen für eine Migration. Bevor wir näher darauf eingehen, hier erstmal die Fakten zum verbleibenden Lebenszyklus von ArcGIS Engine:
| 01.03.2024 | 01.03.2026 | |
|---|---|---|
| Entwicklung & Tests | Nicht mehr in ArcGIS Developer Bundle enthalten |
|
| Deployment Licenses | Verkauf wird eingestellt | Wartung wird eingestellt |
Es bleibt also nicht mehr allzu viel Zeit! Hinzu kommt, dass bestehender Sourcecode oder Komponenten aus ArcGIS Engine nicht wiederverwendet werden können und das gewohnte Paradigmen, Funktionen und Zugriffe in anderen Technologien anders implementiert werden müssen. Es läuft also im Grunde auf eine Neuentwicklung hinaus.
Daraus ergibt sich automatisch die Chance auf eine Überführung der „alten“ Lösung in eine moderne Infrastruktur. Muss es wieder eine schwergewichtige Desktop-Anwendung für Windows werden? Gibt es ready-to-use Apps, die eine Neuentwicklung obsolet machen könnten? Ist vielleicht eine Dienste-basierte Lösung mit mehreren fokussierten Anwendungen der bessere Ansatz?
Wie Sie sicher schon erahnen, gibt es nicht den einen empfohlenen Weg. Die Migration von ArcGIS Engine ist gleichzeitig auch immer eine strategische Neuausrichtung, die wohlüberlegt sein sollte. Im Folgenden werden Optionen aufgelistet, die auch kombiniert werden können:
Sie Nutzen die Lösung eines Esri Partners?
Wenden Sie sich an Ihren Lösungspartner er kann Sie bei der Bewertung und Umsetzung geeigneter Migrationspfade unterstützen.
Zuerst empfiehlt es sich zu prüfen, ob die ArcGIS Engine Lösung mit bestehenden, konfigurierbaren ArcGIS Apps abgelöst werden kann. Der Vorteil liegt auf der Hand, dies würde den kompletten Entwicklungsaufwand und die anschließende Wartung und sowie den Support ersparen:
Für die Migration zu einer nativen Desktop- oder mobilen- Anwendung bietet Esri folgende Optionen:
Mit diesem SDK kann ArcGIS Pro mit eigener Funktionalität und Design erweitert werden. Im Gegensatz zu ArcGIS Engine können damit keine stand-alone Anwendungen mit eigener UI entwickelt werden. Es ist immer eine ArcGIS Pro Installation erforderlich.
Dies ist eine Familie aus mehreren SDKs zum Entwickeln von Desktop- und mobilen Apps.
Der Vollständigkeit halber sollten für Desktop-Apps noch die beiden SDKs für die Game Engines Unreal und Unity erwähnt werden. Diese Technologie ist prädestiniert für Apps zur Modellierung, Simulationen und AR/VR Funktionalität mit Echtweltdaten.
Diese Optionen bedeuten eine grundsätzlich strategischen Neuausrichtung. Es ist die Überführung einer reinen Desktop-Lösung hin zu einer modernen Dienste-basierten Architektur:
Mit einer dienste-basierten Architektur kann die Funktionalität einer bestehenden ArcGIS Engine Lösung beliebig für unterschiedliche Zielgruppen aufgesplittet werden, z. B. eine Desktop-Anwendung für GIS-Expert:innen, eine Web- oder native App zur Datenerfassung für Außendienstmitarbeitende und ein Dashboard für Entscheider:innen. Und alles basierend auf ein und demselben zentralen Datensatz.
Die weiter oben erwähnten ArcGIS Apps und Maps SDKs (und noch viele weitere ArcGIS Werkzeuge) sind dafür konzipiert, auch in solchen Umgebungen eingebunden werden zu können. Dies garantiert Flexibilität, Erweiterbarkeit und damit Zukunftssicherheit.
Fachliche Fragen zur ArcGIS Engine Migration können in unserer Developer Community im Bereich GeoDev Germany Questions - Esri Community diskutiert werden. Alternativ erreichen Sie uns per E-Mail unter sales@esri.de oder sales@esri.ch.